Die Versorgung beginnt vor der Entlassung
Nach einer Operation oder einer schweren Erkrankung ist zu Hause oft mehr Hilfe nötig als zuvor. Entscheidend ist nicht allein, wann jemand medizinisch entlassen werden kann, sondern wie die anschließende Versorgung gesichert wird. Sprechen Sie deshalb frühzeitig mit dem Behandlungsteam über die Wohnsituation, vorhandene Unterstützung und Schwierigkeiten im Alltag.
Benennen Sie konkret, was noch nicht selbständig gelingt: Aufstehen, Treppensteigen, Körperpflege, Essen oder der Umgang mit Medikamenten. Auch die Frage, ob nachts jemand erreichbar ist, gehört dazu. Angehörige sollten offen sagen, welche Aufgaben sie übernehmen können – und welche nicht.
Wer unterstützt Sie im Krankenhaus?
Fragen Sie nach dem Entlassmanagement und dem Sozialdienst. Das Krankenhaus prüft den Unterstützungsbedarf und koordiniert im Rahmen des Entlassmanagements die notwendige Anschlussversorgung. Dazu können ambulante Pflege, Rehabilitation, Hilfsmittel oder eine vorübergehende Versorgung in einer Einrichtung gehören. Die Kranken- beziehungsweise Pflegekasse ist ebenfalls einzubeziehen, wenn Leistungen bewilligt werden müssen.
Für das Entlassmanagement und die erforderliche Weitergabe von Daten wird Ihre Einwilligung eingeholt. Legen Sie außerdem fest, welche Angehörigen informiert werden dürfen. Fragen Sie nach einer konkreten Ansprechperson, damit offene Punkte nicht zwischen verschiedenen Stellen verloren gehen.
Welche Unterlagen und Verordnungen brauchen Sie?
Klären Sie vor dem Heimweg, ob der Entlassbrief, ein aktueller Medikamentenplan und die benötigten Verordnungen vorliegen. Lassen Sie sich Änderungen an Medikamenten erklären: Was wurde neu angesetzt, was abgesetzt und wer prüft die weitere Behandlung? Vereinbaren Sie die nötigen Folgetermine mit der weiterbehandelnden Praxis.
Das Krankenhaus kann im Rahmen des Entlassmanagements bestimmte Leistungen für die unmittelbare Zeit nach der Entlassung verordnen. Welche Verordnung im Einzelfall möglich ist, erklärt das Behandlungsteam. Eine solche Übergangslösung ersetzt nicht die Abstimmung über die weitere Versorgung mit der Arztpraxis und den Kostenträgern.
Ist zu Hause alles vorbereitet?
Benötigte Hilfsmittel sollten rechtzeitig bestellt, geliefert und erklärt werden. Prüfen Sie gemeinsam, ob Bett und Bad erreichbar sind, Stolperstellen entfernt werden können und genügend Platz für sichere Unterstützung vorhanden ist. Fragen Sie bei einem verordneten Hilfsmittel nach Lieferung, Einweisung und der Ansprechperson bei technischen Problemen.
Wenn ein Pflegedienst benötigt wird, müssen der erste Besuch und die vereinbarten Aufgaben ausdrücklich bestätigt sein. Eine versendete Anfrage bedeutet noch keine zugesagte Versorgung. Halten Sie fest, wer am Ankunftstag öffnet, wer die Person begleitet und wer außerhalb der Besuchszeiten helfen kann.
Wenn die Versorgung noch nicht gesichert ist
Teilen Sie dem Krankenhaus sofort mit, wenn ein notwendiger Pflegedienst, ein Hilfsmittel oder die Betreuung zu Hause noch fehlt. Besprechen Sie mögliche Überbrückungen und deren Voraussetzungen, etwa Kurzzeitpflege oder Übergangspflege. Ob ein Anspruch besteht und welche Lösung geeignet ist, muss im Einzelfall geklärt werden.
Lassen Sie sich nicht allein mit einer Liste von Telefonnummern zurück. Fragen Sie, was bereits verbindlich organisiert ist und was noch offen bleibt. Bei akuter Lebensgefahr wählen Sie 112; für planbare Fragen zur Anschlussversorgung sind das Entlassmanagement und die weiterbehandelnde Praxis zuständig.
Ihre Checkliste für den Heimweg
• Entlassbrief und Medikamentenplan erhalten
• Verordnungen und Folgetermine geklärt
• Notwendige Hilfsmittel verfügbar und Einweisung erfolgt
• Ersten Pflegebesuch und Aufgaben bestätigt
• Fahrt und Zugang zur Wohnung organisiert
• Ansprechpersonen und offene Fragen schriftlich festgehalten




